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Am 1. Mai 2011 eröffnet der Geschäftsführende Direktor der German-American Heritage Foundation/ Washington D.C., Rüdiger Lentz, mit einem Festvortrag über die neue Wahrnehmung des deutschen Beitrags zur Geschichte der USA die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen „Freiheit, Fortschritt und Verheißung. Blickwechsel zwischen Europa und Nordamerika seit der frühen Neuzeit“. In sieben Räumen fokussiert die Schau auf über 300qm Ausstellungsfläche historische Perspektiven auf Amerika und ihre Wirkungen bis in die Gegenwart. Lentz war als Journalist über 20 Jahre für die großen deutschen Sender tätig und leitete zuletzt das Washingtoner Büro der Deutschen Welle.

 

Die kulturhistorische Schau spürt den unterschiedlichen Vorstellungen von Amerika durch das Prisma der europäischen Wahrnehmung seit der frühen Neuzeit und ihren Wirkungen bis in die Gegenwart nach. Über 300 Objekte von über 50 Leihgebern, darunter renommierte wissenschaftliche Einrichtungen, bedeutende museale und wertvolle Privatsammlungen sind vom Kurator der Ausstellung, Dr. Claus Veltmann, zusammengetragen worden.

Bilder erzeugen Bilder. Die Visitenkarten einer guten Ausstellung wie eine Ausgabe des ersten Druckes des Briefes von Christoph Kolumbus, in dem er annahm, Inseln jenseits des Ganges gefunden zu haben, oder rare Exotica, wie eine False Face Maske der Delaware Indianer aus dem 18.Jh. - eine äußerst wertvolle Leihgabe des Karl-May-Museums in Radebeul, gibt es doch nur noch vier solcher Masken weltweit - sind in der hallischen Schau vertreten. Zu den Superlativen muss aber auch die unscheinbare Tabakpfeife der Creek-Indianer aus dem 18. Jh. gezählt werden, die in der europaweit einzigen, vollständig erhaltenen Wunderkammer des Barock im Historischen Waisenhaus aufbewahrt wird. Sie steht pars pro toto für die wertvollen, umfangreichen thematischen Sammlungen in Archiv und Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, in denen sich das breite Interesse der Halleschen Pietisten an Amerika spiegelt. Ihre Kleinode eröffnen in der Jahresausstellung eine erstaunliche Vielfalt der Bilder und Vorstellungen von Amerika seit der frühen Neuzeit.

 

Für den Global Player August Hermann Francke (1663-1727) ist bereits Ende des 17.Jh. ein starkes Interesse an Nordamerika belegt, das später zu einem regen Kontakt mit Cotton Mather (1663-1728) führte, einer zu Unrecht wenig präsenten „Gründungsfigur der amerikanischen Religionskultur“ (FAZ). Durch die Entsendung Heinrich Melchior Mühlenbergs (1711-1787) im Jahr 1742 nahm das über den englischen Hof weltweit agierende Hallesche Waisenhaus erstmals aktiv Einfluss auf die Entwicklung Pennsylvanias an der Ostküste Nordamerikas, einer Kolonie, die Mitte des 18. Jh. vor allem von Deutschen besiedelt war. In seiner über 40-jährigen intensiven Wirkungszeit in Nordamerika wird Mühlenberg für die Gruppe der Einwanderer stehen, die ein eigenes amerikanisches Selbstverständnis entwickelten. Trotz der engen Anbindung an das Hallesche Waisenhaus löste er sich vollständig vom europäischen Vorbild und gründete erstmals in der Geschichte ein vom Staat unabhängiges Lutherisches Kirchenwesen. Seine Söhne schickte Mühlenberg zur Ausbildung nach Halle. Sie zählen heute zu den Gründungsvätern der amerikanischen Demokratie. Frederick Augustus Mühlenberg (1750-1801) wurde der erste Sprecher des amerikanischen Repräsentantenhauses nach der Unabhängigkeit der USA und damit zum dritten Mann im Staat nach dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten. Er schrieb als Erstunterzeichner der Bill of Rights Geschichte.

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher wissenschaftlicher Katalog im Verlag der Franckeschen Stiftungen. Auf 300 Seiten verankern die Beiträge der renommiertesten deutschen Amerikaforscher der Gegenwart die Schwerpunkte der Jahresausstellung in der Geschichte. Mark Häberlein, Professor an der Universität Bamberg und Coautor der vielgelobten, 2008 im Reclam-Verlag erschienenen „Kleinen Geschichte der USA“, zeichnet ergänzend zum ersten Teil der Ausstellung ein Bild der frühen Auswanderungen nach Nordamerika zwischen 1600 und 1730. Prof. Hermann Wellenreuther, Universität Göttingen, widmet seinen Beitrag einem Überblick über 300 Jahre europäische Bilder von Amerika (16. - 19. Jh.). Das Zentrum für USA-Studien in Wittenberg ist durch Dr. Wolfgang Splitter vertreten und mit Dr. Frauke Geyken eine ausgewiesene Spezialistin für die Geschichte der Indianermission. Den Einblick in die jüngeren USA-Bilder übernahmen Prof. Claudia Schnurmann aus Hamburg und Prof. Volker Depkat, Department of English and American Studies der Universität Regensburg.

 

Freiheit, Fortschritt und Verheißung. Blickwechsel zwischen Europa und Nordamerika seit der frühen Neuzeit.

Katalog zur Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen vom 1. Mai bis 3. Oktober 2011.

Hrsg. von Claus Veltmann, Jürgen Gröschl und Thomas Müller-Bahlke.

Halle 2011 (Kataloge der Franckeschen Stiftungen, 27).

272 S., 195 Abb., 27,- €; ISBN 978-3-447-06476-7

 

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung:

THE CA$HBAGS im Konzert im Historischen Lindenhof der Franckeschen Stiftungen

 

Weitere Informationen und Begleitprogramm zur Ausstellung unter www.francke-halle.de

 

 

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